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Styropor streichen



Styropor ist ein Schaumstoff und heißt im Fachjargon „expandiertes Polystyrol“, auch EPS genannt. Der Kunststoff ist weiß, undurchsichtig, wenig elastisch und nicht sehr fest. Typisch ist die großporige Struktur des Materials, das sich aus etwa 3 mm großen Schaumkugeln zusammensetzt, die beim Auseinanderbrechen zu sehen sind. Es wird als Verpackungsmaterial verwendet, weil es stoßdämpfend wirkt und die Versandware schützt, wird aber auch als Deckenverkleidung, Dämmtapete, im Modellbau oder als Material für Künstler verwendet.

Die Farbe für den Anstrich

Wer Wände, Decken oder Figuren aus Styropor bemalen möchte, sollte zu einer Farbe greifen, die kein Lösungsmittel enthält. Alle Lösungsmittel, wie Toluol, Aceton oder Essigsäureethylester greifen den Kunststoff an, weil durch sie das im geschäumten Polystyrol eingeschlossene Treibgas frei gesetzt wird, das den Kunststoff regelrecht auflöst. Werden Lacke zum Streichen bevorzugt, muss das Material mit Acrylfarbe vorgestrichen werden.

Der Anstrich

Im letzten Jahrhundert wurden Kassetten aus Styropor gern an die Decke geklebt. Styropor ist unelastisch und brennt schnell, dämmt aber gut. Aus diesem Grund scheuen viele davor zurück, die Platten unter ihrer Decke zu entfernen, vor allem wenn sie in einem guten Zustand sind. Im Laufe der Zeit vergilbt der beliebte Kunststoff, staubt ein oder wird grau. Man kann ihn mit Farbe, die kein Lösungsmittel enthält, wieder wie neu aussehen lassen, wenn man weiß, wie es geht.

Ist das Styropor irgendwann einmal gestrichen worden, ist der Anstrich kein großes Problem. Sind die Platten allerdings noch im Rohzustand, nimmt das Material die neue Farbe wie ein Schwamm auf. Die vielen Poren und unebenen Stellen verhindern, dass die Farbe gleichmäßig verteilt werden kann. Es ist dann sehr mühselig, die Decke so zu streichen, dass sie wirklich gut aussieht. Experten raten dazu, die Wandfarbe mit Wasser zu verdünnen, damit sie sich auch in den unebenen Stellen gut verteilen kann. In der Regel ist es trotzdem nötig, mehrfach zu streichen, um ein perfektes Ergebnis zu bekommen.

Wer lieber tapezieren möchte, kann Spezialkleber mit 20% Wasser verdünnen und bekommt so den notwendigen Haftbrückenanstrich für den richtigen Untergrund seiner Dämmtapete. Einige Experten raten dazu, die Wand vor dem Tapezieren mit Makulatur vorzubereiten, aber Erfahrungen zeigen auch, dass mit Wasser verdünnte Wandfarbe als Untergrund ebenso ihren Zweck erfüllt.

Wer möchte, kann Styropor überspachteln. Die, die mit dieser Methode Erfahrungen gesammelt haben, raten, ein Gewebe einzuspachteln, weil die Wand dann eine attraktivere Struktur bekommt. Im Handel werden Stuckleisten, Wandfiguren wie Sonne, Mond und Sterne oder Blumenmotive angeboten, die noch unbehandelt sind und gestrichen werden müssen. Enthält die Farbe Lösungsmittel, greift sie das Styropor an. Wer die Profile oder die Dekoration lackieren möchte, muss das Material zuerst mit Acrylfarbe bearbeiten. Dekorativ sind Styroporpaneele, die mit einem Spezialkleber befestigt werden.

Wer nicht aufpasst und zu viel Klebstoff verwendet hat anschließend das Problem, dass der Kleber durch die ziemlich dünnen Paneele sichtbar wird, und das sieht nicht professionell aus. Das unschöne Erscheinungsbild kann durch Überstreichen der Paneele korrigiert werden. Empfohlen wird, normale Wandfarbe mit Wasser verdünnt für den Anstrich zu benutzen. Ist das Styropor allerdings nicht fest genug verklebt, muss die Farbe sehr verdünnt und ohne Druck vorsichtig – am besten mit einem Pinsel – aufgetragen werden, sonst fallen die Paneele wieder runter, weil der Kleber für Styropor wasserlöslich ist und sich durch die Feuchtigkeit der aufgetragenen Farbe auflösen kann.

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