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Scharnier an einer Haustür einstellen



Moderne Haustüren aus Kunststoff werden in immer stärkerem Ausmaß eingesetzt und es existiert eine kaum zu überblickende Vielfalt an Formen und Aufmachungen. Es gibt sowohl genormte Haustüren als auch Sonderanfertigungen. Doch ganz gleich wie genau derartige Haustüren auch vorausgemessen oder wie exakt sie gefertigt werden, bleibt als abschließende Arbeit nach dem Einsetzen stets das korrekte Einstellen einer solchen Tür.

Die Funktionsweise

Jede Haustür verfügt über mindestens zwei Scharniere, welche je nach Öffnungsrichtung der Tür rechts oder links angebracht sind; den Scharnieren gegenüber befindet sich das Türschloss. Die Anzahl der Scharniere kann aber auch drei oder mehr betragen, wobei Haustüren mit drei Scharnieren am häufigsten sind. Ein Scharnier ist prinzipiell ein durch einen Verbindungsbolzen geführtes Gelenk, welches es ebenfalls in sehr vielfältigen Typen gibt. Die Funktionsweise der schwenkbaren Lagerung ist jedoch bei allen Variationen annähernd gleich.

Der Aufbau

Die Scharniere bilden neben der Funktion der dreh- bzw. schwenkbaren Lagerung des Türblattes gleichzeitig auch die einzige Möglichkeit, selbiges in der Vertikalen und Horizontalen zu verstellen. Bei manchen Türen gibt es auch noch die Möglichkeit einer Tiefeneinstellung der Scharniere in der dritten Ebene. Für alle notwendigen Einstellarbeiten gibt es Stellschrauben an den Scharnieren bzw. als Gegenstücke dazu Langlöcher, welche maximal etwa 10 mm Einstellspielraum zulassen.

Wie wird vorgegangen?

Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäße Funktion der Haustür ist und bleibt natürlich, dass es sich um eine qualitativ hochwertige Tür ohne größere Fertigungstoleranzen handelt und dass der Einbau fachmännisch erfolgte. Türen mit Verwürfen oder durch den Einbau in sich verwundene Zargen sind, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand nacheinstellbar. In solchen Fällen weist die Haustür später stets Spannungen und Verwindungen auf und lässt sich nur mit größerem Kraftaufwand öffnen und schließen.

Zum Einstellen der Türscharniere wird ein Kreuzschlitzschraubendreher oder ggf. ein kurzer Innensechskantschlüssel benötigt. Daneben sollte auch ein mittelgroßer normaler Schraubendreher mit nicht zu spitzer Klinge bereit liegen, um bei Bedarf damit leicht hebeln oder drücken zu können. Doch darf dies nur im unmittelbaren Bereich der Scharniere und nicht etwa auf dem Kunststoff der Tür erfolgen.

Zunächst wird sichergestellt, dass der Riegel und der Fang auf korrekter Höhe zum Schließblech in der Türzarge stehen und genügend Spielraum nach oben und unten vorhanden ist. Selbiges gilt auch für die Verriegelungszapfen und die entsprechenden Gegenstücke an der Zarge; meist vier an der Zahl. Das Fangblech ist ebenfalls in der Waagerechten und in der Tiefe mittels Schrauben einstellbar.

Als erstes wird die korrekte Höhe des Türblattes eingestellt. Es muss gewährleistet sein, dass das Türblatt ohne gegen die obere oder untere Türzarge zu stoßen, leichtgängig in den Schlossfang fällt und sich die Tür problemlos schließen lässt. Zum Einstellen der Höhe werden alle Einstellschrauben für die Vertikale gelöst und nach Möglichkeit das Türblatt durch einen Holzkeil in die entsprechende Höhe gebracht. Danach werden die Einstellschrauben sehr sorgfältig angezogen. Bei diesem Arbeitsschritt ist darauf zu achten, den unteren Türdichtgummi nicht durch den Keil zu beschädigen.

Im nächsten Schritt wird das Türblatt in der Horizontalen vermittelt. Dies ist notwendig, wenn beispielsweise bei geschlossener Tür noch ein Spalt an der Schließblechseite zu erkennen ist oder der Türdichtgummi nicht korrekt gegen die Zarge abdichten kann. Die dafür notwendigen Stellschrauben sind sehr massiv ausgeführt und können in 2 Grundstellungen gebracht werden; eng und weit.

Abschließend wird, soweit vorgesehen, die Tiefe des Türblattes und damit der Anpressdruck des Türdichtgummis justiert. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass keine Zugluft von außen her eindringen kann. Bei manchen Türen kann es notwendig werden, in gewissen Intervallen den Festsitz aller Einstellschrauben zu kontrollieren.

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