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Schallschutz



Die Entwicklung der modernen Technik, durch die unser Leben reicher und bequemer wurde, hat auch einen großen Plagegeist heraufbeschworen, der von Jahr zu Jahr lästiger wird: Den Lärm. Vielen Lärmquellen kann sich der moderne Mensch heute kaum mehr entziehen. Denken wir nur an den Verkehrslärm auf der Straße und in der Luft, an den Maschinenlärm in den Betrieben und Büros. Ja, nicht einmal zu Hause bleibt der Mensch von Lärm verschont. Hier wird er von Radio- und Fernsehgeräuschen berieselt und kann sich dem Lärm auch bei der Bedienung von Haushaltsgeräten nicht entziehen.

Die Wirkung des Lärms auf die Gesundheit des Menschen ist keineswegs eine Erkenntnis der Neuzeit. Nachweislich wirkt sich die ständige Geräuscheinwirkung auf die menschliche Gesundheit schädlich aus. Abgesehen von Gehör- und Gesundheitsbeeinträchtigungen, die durch hohe Lautstärken hervorgerufen werden, treten durch dauernde Lärmeinwirkungen vor allem Schädigungen des vegetativen Nervensystems ein, die sich als Magen-, Herz-, Kreislauf- und andere Beschwerden auswirken. Ganz zu schweigen von Schlafstörungen, über die heute sehr viele Menschen klagen.

Lärm beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern setzt auch seine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bei der Arbeit herab. Zur Bekämpfung der vielfältigen Lärmbelästigungen wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen auf Bundes- und Landesebene erlassen. Eine Vereinheitlichung der Gesetzgebung auf diesem Gebiet wird angestrebt. Die Kenntnis der wichtigsten Bestimmungen zur Verhinderung der Lärmausbreitung ist sowohl für Architekten und Bauherren als auch für Gewerbetreibende notwendig, um finanzielle Nachteile vermeiden zu können.

Die Trittschalldämmung bei massiven Rohdecken ist immer unzureichend. Bei einschaligen Decken wird der Trittschall von der angeregten Decke direkt in den darunter liegenden Raum als Luftschall abgestrahlt. Homogen aufgebaute Massivdecken weisen dabei einen etwas besseren Schallschutz auf als solche mit größeren Hohlräumen. Bringt man eine zweite Schale als Unterdecke an, wird zwar die Trittschalldämmung der Deckenplatte verbessert, jedoch die Längsleitung des Schalls über die flankierenden Wände nicht verhindert. Deshalb ist es auch bei zweischalige Decken notwendig, eine weich federnde Deckenauflage vorzusehen.

Im Allgemeinen haben Fenster eine wesentlich geringere Schalldämmung als die Wände, in die sie eingebaut sind. Sie stellen somit das schalltechnisch schwächste Glied in einem Wandsystem dar. Das liegt zum einen daran, dass diese Bauteile ein geringeres Gewicht haben als anschließende Wände, zum anderen an dem Umstand, dass es sich um bewegliche Teile handelt, welche die jeweiligen Wandöffnungen nicht dicht verschließen. Die Luftschalldämmung eines Fensters ist abhängig von der Glasscheibendicke, dem Glasscheibenabstand, vom Schalleinfallswinkel, von der Randeinspannung, von der Randausbildung, vom Wandanschluss und von der Fugendichtigkeit.

Die Schalldämmung einer Glasscheibe steigt mit zunehmender Dicke der Glasscheibe und der damit verbundenen Gewichtserhöhung an. Bei Doppelverglasungen sollten bei der Festlegung der Glasscheibendicke möglichst verschieden dicke Glasscheiben gewählt werden. Einschalige Türblätter bestehen aus mehreren steifen, fest miteinander verbundenen Schichten und weisen gegebenenfalls auch einzelne, kleine Hohlräume auf. Diese Türblätter sollten möglichst schwer sein, jedoch das Gewicht von 60kg/qm oder 100kg pro Türblatt wegen des hohen Kraftaufwandes beim Öffnen und Schließen der Tür möglichst nicht überschreiten. Ein hohes Flächengewicht und damit einen höheren Dämmwert kann man bei Türen mit Hohlräumen durch Einfüllen von trockenem Sand erreichen.

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