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Linoleum Bodenbelag verlegen



Linoleum wird nicht lose verlegt, sondern grundsätzlich vollflächig verklebt. Die Fugen zwischen den einzelnen Bahnen müssen ausgefräst und im Anschluss mit einem Handschweißgerät verschlossen werden, damit eindringende Feuchtigkeit keine Chance hat. Als Hobby-Handwerker ist genau abzuwägen, ob diese Arbeiten nicht doch lieber ein Experte durchführen sollte. Handelt es sich um kleinere Flächen ohne Stoßfugen, so ist es durchaus eine geeignete Arbeit für den Heimwerker.

Wichtig ist zunächst die Beschaffenheit des Untergrundes. Er muss trocken, glatt und fest sein. Jeder kleine Riss, jede kleine Unebenheit zeichnen sich früher oder später durch das Linoleum ab. Estrichuntergründe, die nicht ganz eben sind, lassen sich mit selbst verlaufendem Fließspachtel egalisieren. Schwieriger wird es dagegen bei einem alten Holzfußboden als Untergrund. Hier kann eine neue Bedeckung durch Spanplatten mit Nut und Feder für einen einheitlichen und glatten Boden sorgen. Auch hier ist unbedingt dafür Sorge zu tragen, dass die Plattenfugen ganz dicht sind, weil sich sonst die Stellen im Linoleumbelag abzeichnen. Ist der zu bearbeitende Raum nicht unterkellert, empfiehlt sich das Auftragen einer Isoliermasse, um aufsteigende Feuchtigkeit zu verhindern.

Der Linoleumbelag muss vor dem Verlegen unbedingt an die Raumtemperatur angepasst werden. Niemals direkt nach dem Einkauf verlegen. Das Material benötigt mindestens 24 Stunden, um sich an das Raumklima zu gewöhnen, besser sind sogar mehrere Tage. Die Linoleumrollen sind dabei grundsätzlich stehend und locker gerollt zu lagern. Nicht hinlegen, sonst drücken sich stärkere Buckel in das Material.

Beim Verlegen sollte die Raumtemperatur mindestens 18 Grad Celsius betragen. Wenn der Raum breiter ist als die gekaufte Rollenware, so sind einzelne Bahnen zuzuschneiden. Hierbei die Bahnlänge etwas großzügiger bemessen. Die Bahnen werden längs verlegt. Sollte der Verschnitt bei dieser Variante zu groß sein, kann aus ökonomischen Gründen die Bahnen allerdings auch quer zum Raum verlegt werden. Zunächst wird die erste Bahn an einer kurzen Seite sowie an der Wandlängsseite ausgerichtet, quasi wie an einer Bezugskante. Falls notwendig, werden nun seitliche Einschnitte für Nischen und Wandvorsprünge angebracht.

Zur Ermittlung der exakten Bahnlänge ist folgendermaßen vorzugehen: An einer Wand lässt man die Rollenbahn anstoßen, an der gegenüberliegenden Wand wölbt sich Bahn nun etwas an der Wand hoch. Dann wird mit dem Lineal oder Maßband beispielsweise 20 Zentimeter von der Wand aus abgemessen und mit einem wasserlöslichen Stift, der sich später wieder rückstandslos entfernen lässt, auf dem Linoleum markiert. Jetzt die Bahn plan auslegen und von der Markierung aus die 20 Zentimeter in Richtung der Wand abmessen und eine Schnittlinie anzeichnen. Was über bleibt, kann nun mit einem scharfen Messer weg geschnitten werden.

Zum Schneiden eignet sich sehr gut eine frische, scharfe Teppichklinge (Cuttermesser) und ein Stahllineal als Anschlag. Als günstiges Hilfsmittel empfiehlt sich ebenfalls ein so genannter Parallelreißer, mit dem sich Schnittlinien weiterziehen lassen. Stets eventuelle Vorsprünge und Nischen, wie zum Beispiel Fensternischen, beachten und einkalkulieren. In den Ecken des Raumes werden die Winkel von oben her eingeschnitten, bevor die beiden Seiten in der Länge bestimmt werden. Hier lieber vorsichtig vorgehen und nicht zu tief einschneiden.

Besondere Millimeterarbeit und viel Fingerspitzengefühl ist an den Türkanten erforderlich. Hier ist sehr vorsichtig vorzugehen, weil der Belag dem Profil des Türrahmens so genau wie nur irgend möglich folgen soll. Das lässt sich bewerkstelligen, indem geduldig mit vielen kleinen Schnitten die Form angepasst wird. Rund verlaufende Anschlüsse erzielt man, indem man den Bahnenrand Stück für Stück gerade von außen einschneidet, um dann den Bogen exakt nachzuahmen.

Das Verkleben erfolgt schließlich Bahn für Bahn, wobei immer eine Hälfte hochgeklappt wird, währende die andere Hälfte verklebt wird. Zu verwenden sind lösemittelfreie Dispersionskleber, wobei die Hinweise der Hersteller genau zu beachten sind. Mit einem gezahnten Spachtel wird Bodenfläche für die erste Hälfte der Bahn mit Klebermasse bestrichen. Nach der vorgeschriebenen Ablüftzeit die erste Bahnhälfte ins Kleberbett einschieben und blasenfrei abreiben. Anschließend die zweite Hälfte bearbeiten und so weiter. Ganz zum Schluss werden die Fugen mit Schmelzdraht abgedichtet.

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