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Keller Trockenlegung



Viele träumen von einem schönen alten Gewölbekeller, in dem die Äpfel und Kartoffeln lange halten, Bier und Wein schön gekühlt bleiben und der Gang ins Untergeschoss einen Hauch Romantik versprüht. War ein leicht feuchter Keller Jahrhunderte lang Garant für Frische und Haltbarkeit von Nahrungsmitteln, bedeutet er bei neueren Häusern in erster Linie Schimmel und Beschädigung der Bausubstanz.

Um dies von vorne herein zu vermeiden, gilt es einige wenige Dinge zu beachten. Gut gelüftet sollte hauptsächlich im Winter werden, wenn die Außenluft trocken ist. Im Waschkeller muss insbesondere nach dem Wäschetrocknen sofort gelüftet werden, damit die Feuchtigkeit nicht an den Wänden kondensiert. Gegen Staunässe von Außen helfen das Anlegen einer Drainage und das regelmäßige Kontrollieren der Fallrohre auf Schäden. Sollten Umbaumaßnahmen erfolgen muss besonders darauf geachtet werden, dass bestehende Dampfsperren und Abdichtungen nicht beschädigt werden.

Leider kommt es trotzdem oft genug vor, dass die Kellerräume feucht sind, was besonders dann ärgerlich ist, wenn man ein älteres Haus gekauft hat und kein Sachverständiger die Substanz hierauf untersucht hat. Ein Trockenlegen des Kellers ist zwar möglich, meist jedoch sehr aufwendig und die einzige perfekte Lösung gibt es nicht. Vielmehr muss von Fall zu Fall entschieden werden, welche Methode wohl am besten anzuwenden ist. Folgende Verfahren haben sich bei unterschiedlichen Anforderungen bewährt:

Die Mauerwerksinjektion

Bei der Mauerinjektion müssen in bestimmten Abständen ins feuchte Mauerwerk Löcher gebohrt werden, in die anschließend unter hohem Druck ein Mittel, wie etwa Kunstharz-Kautschuk injiziert wird. Das Mittel verteilt sich gleichmäßig in den Poren der Bausubstanz und geht mit der Feuchtigkeit eine Reaktion ein. Hierbei trocknet das Mauerwerk aus und das ausgehärtete Kunstharz wird zur neuen Feuchtigkeitssperre. Ein Sanierputz macht am Ende die Wand wieder ansehnlich.

Die Schleierinjektion

Ganz ähnlich der Mauerinjektion ist die Schleierinjektion, die sich jedoch dadurch von ihr unterscheidet, dass sie sich hauptsächlich für Fundamente, Bodenplatten und Kellermauern im Erdreich eignet. Wie bei der Mauerinjektion, müssen auch hier gleichmäßig Löcher angebracht werden, in die dann ein spezielles Gel, etwa Acrylat-Gel, gepresst wird. Wenn das Gel ausgehärtet ist, bildet es eine elastische Schicht, die das Mauerwerk vor weiterem Eindringen von Feuchtigkeit und Bodenwasser schützt. Mit dieser Methode werden auch Rissen, die eventuell im Fundament vorhanden sind, abgedichtet.

Die Außenabdichtung

Wenn Feuchtigkeit nicht von unten ins Mauerwerk zieht, sondern durch Staunässe seitlich eindringt, liegt dies häufig an einer nicht vorhandenen oder beschädigten Vertikalsperre. Hierzu muss in der Regel der komplette betroffene Sockel freigelegt werden, damit von außen Dämmplatten angebracht werden können. Etwas komfortabler geht es mit einer so genannten Druckluftlanze, bei der lediglich ein wenige Zentimeter messender Spalt entlang des Hauses mit hohem Druck weggeblasen wird, so dass die Dämmplatten eingeschoben werden können.

Die Innenabdichtung

Sollte ein Freilegen des Mauerwerks von außen nicht möglich sein, lässt sich auch eine Innenabdichtung vornehmen. Hierbei muss jedoch sehr sorgfältig vorgegangen werden. Sämtliche Risse müssen zuvor geschlossen werden und Putz der nicht mehr tragfähig ist, ist zu entfernen, ebenso wie Wand- oder Bodenbeläge und Estriche. Zur eigentlichen Abdichtung dient dann eine Dichtungsschlämme, die am besten in mehreren Schichten mit Kelle oder Walze aufgetragen wird.

Die mechanische Abdichtung

Während bei den genannten Verfahren stets mit verschiedenen Mitteln gearbeitet wird, wird beim mechanischen Verfahren die Grundmauer an verschiedenen Stellen aufgesägt und verkeilt. In die zwischen den Keilen liegenden Räume wird nun eine Abdichtungsfolie eingelegt und danach der Spalt mit Zementmörtel wieder verschlossen. Allerdings erfordert diese Arbeit das Können und Wissen eines Profis, da hierbei unter Umständen sogar Schäden an der Statik des Hauses entstehen können.

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