Zum Inhalt springen



Fliesenschneider



Ein Fliesenschneider wird zum Zuschneiden von Fliesen benötigt. Da diese aus Keramikmaterial bestehen und mit einer harten Glasur versehen sind, werden an die Schärfe des Schneidewerkzeugs besondere Anforderungen gestellt. Sehr dünne Fliesen können zwar auch mit einem Glasschneider bearbeitet werden, in der Regel wird jedoch der Einsatz eines Fliesenschneiders notwendig, der für wenig Geld im Baumarkt zu haben ist.

Billige Geräte gibt es schon für unter 10 Euro, während teure Geräte mit bis zu 150 Euro zu Buche schlagen können. Wie Testberichte im Internet zeigen, haben sich teure Geräte nicht unbedingt als besser erwiesen. Ein Blick in entsprechende Testberichte lohnt sich auf jeden Fall. Vergegenwärtigt man sich die Arbeitsweise eines solchen Gerätes, so ist die Bezeichnung “Fliesenschneider” nicht ganz korrekt. Es sollte  „Fliesenritzer“ heißen, da die Fliese tatsächlich nur an der Oberfläche angeritzt wird, um dann gebrochen zu werden.

Die Vorgehensweise besteht aus zwei Schritten und ist bei allen Geräten dieselbe: Auf einem über einen Einhandhebel zu bedienenden Schlitten, sitzt ein Schneiderad aus Hartmetall, der an zwei Führungsrohren über die darunter liegende Fliese bewegt wird und dabei deren Oberfläche leicht anritzt. Die Bewegung erfolgt immer als Schub- und nie als Zugbewegung, da nur im Schub der notwendige Druck auf die Fliese ausgeübt werden kann.

Im zweiten Schritt wird die Fliese dann durch festes Andrücken eines am Einhandhebel angebrachten Brechstempels an dieser Nut, die wegen der Sprödigkeit des Keramikmaterials als Sollbruchstelle fungiert, sauber gebrochen. Für eine korrekte Teilung von Fliesen sind die Fliesenschneider in der Regel mit einem Längsanschlag mit Millimeterteilung und einem Gehrungswinkelanschlag mit Gradteilung versehen.

Welches Gerät gekauft wird, hängt vom Format der zu schneidenden Fliesen ab. Kleinere Fliesenschneider können wegen ihrer geringen Arbeitsweite nur Fliesen mit einer Länge von etwa 30 Zentimetern schneiden, während große Geräte für Fliesen mit bis zu 80 Zentimetern Länge taugen. Beim Kauf ist auch daran zu denken, dass womöglich diagonale Teilungen von Fliesen vorgenommen werden müssen. Da die Diagonale der Fliese wesentlich länger ist als ihre Seitenlänge, kann ein zu kleiner Fliesenschneider schnell an seine Grenzen gelangen. Vor dem Kauf sollte daher die Größe der zu trennenden Fliesen auch in der Diagonale gemessen werden.

Sehr wichtig ist auch die Stabilität des Fliesenschneiders. Besonders die beiden Führungsrohre dürfen sich nicht durchbiegen, da sonst ein sauberer Ritzvorgang nicht möglich ist. Der Schlitten selbst muss leicht auf seinen Führungen laufen, um einen gleichmäßigen Ritzvorgang zu gewährleisten. Im Idealfall ist der Schlitten mit Rollenlagern und das Hartmetallrad mit Kugellagern versehen. Auch auf die Stabilität des Einhandhebels ist zu achten, damit dieser nicht während der Arbeit bricht.

Da ein scharfer Schnitt Voraussetzung für einen sauberen Bruch der Fliese ist, sollte der Fliesenschneider mit einem leicht zu wechselnden Ersatzrad ausgestattet sein, um ein stumpfes Schneidrad rechtzeitig austauschen zu können. Zuletzt ist auch ein Blick auf die Qualität der Anschläge zu werfen. Nur stabile Anschläge mit genauen Teilungen erlauben eine exakte Positionierung der Fliese und damit einen korrekten Schnitt. Wer alle diese Punkte bedenkt, der schneidet sicher gut ab!

Weitere Artikel:




« Fugenmörtel – Hussen »

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

Kommentar-RSS: RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Hinterlasse einen Kommentar