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Fassade verputzen



Wenn bei einem älteren Haus der Klinker Wind und Wetter nicht mehr richtig standhält oder sich die ursprüngliche Putzschicht auflöst, bietet sich für einen erfahrenen Heimwerker die Möglichkeit, die Fassade selbst neu zu verputzen. In dieser Anleitung werden alle notwendigen Arbeitsschritte leicht verständlich beschrieben.

Bei der Wahl des Putzes ist eine professionelle Beratung ratsam, denn es gibt unterschiedliche Putze, abgestimmt auf die jeweiligen Untergründe. Sie sollten auf jeden Fall wasserundurchlässig, gut haftend, dehnfähig und offen für die Diffusion sein. Auch die Dicke des Putzes und die Aufbringung in ein oder zwei Lagen hängen vom Produkt und dem Untergrund ab. Ein Fachgeschäft hilft dem Kunden hierbei weiter.

Das Verputzen sollte nur bei Temperaturen über null Grad vorgenommen werden und der Untergrund muss von losen Teilen und Staub befreit sein. Das geht sehr einfach mit einem Straßenbesen, der lockere Verschmutzungen von der Fassade abnimmt. Je nach Information des Putzherstellers muss der Untergrund nun entweder grundiert oder leicht vorgenässt werden. Bei einigen Produkten geht dem eigentlichen Verputzen ein Spritzbewurf voraus.

Nun folgt die Sicherung der Fassadenkanten mit Eckschutz- und Sockelabschluss-Profilen, die mit etwas Putzmasse aufgebracht werden. Es werden Metallprofile oder Glasfasergewebe empfohlen, die nicht korrodieren können. Bei Mauerecken, die extrem dem Wetter ausgesetzt sind oder wo es keinen Dachüberstand gibt, sollten Edelstahlprofile verwendet werden.

Als nächster Schritt folgt das Aufbringen des Putzes, das – je nach Art des Produktes – in einer oder zwei Lagen mithilfe der so genannten Traufel erfolgt. Sie garantiert präzises Arbeiten mit einer stets gleich dicken Putzschicht. Intensives Glattstreichen sorgt für eine einwandfreie Oberfläche ohne Angriffsmöglichkeiten für Regen und Frost.

Falls es an der Fassade verschiedene Baustoffe gibt oder auch Untergründe, die nicht optimale Haftungseigenschaften besitzen (gedämmte Deckenstirnseiten, Rolladenkästen oder ähnliches), so müssen Putzbewehrungen mit eingeputzt werden. Sie haben dieselbe zusammenhaltende Wirkung wie ein Stahlnetz in einer Betonkonstruktion und erhöhen die Zugfestigkeit des Putzes. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass die Rissbildung, die bei Putz mittel- oder langfristig meist auftritt, auf eine Weise geschieht, die der Putzschicht nicht schadet. Es entstehen nämlich nur viele haarfeine Risse und nicht wenige große. Große Risse würden die Schutzfunktion der Putzschicht beeinträchtigen, Haarrisse tun dies nicht und sind darüber hinaus für den Betrachter unsichtbar. Die Putzbewehrungen bestehen aus engmaschigen Matten aus Edelstahl oder aber aus alkalifestem Glasgittergewebe und werden in der Mitte oder im oberen Drittel der Putzschicht eingearbeitet.

Ein besonderes Augenmerk muss auf den Sockel der Fassade gelegt werden, um ihn wirksam gegen jede Feuchtigkeit zu schützen. Überall, wo der Boden die Wände berührt, muss die Verputzung mindestens 150 mm dick sein. Diese Sockelschutzschicht muss bis zu 300 mm über dem Boden aufgebracht werden. So wird der Sockelbereich auch gegen hochspritzendes Regenwasser geschützt. Über die 300 mm hinaus reicht eine dünnere Schicht, wenn die dort verwendeten Baustoffe in ausreichendem Maße wetterfest sind.

Bei sorgfältiger Auswahl der Materialien und einer präzisen Ausführung der einzelnen Arbeitsschritte wird ein gutes und auch schönes Ergebnis erzielt, das nicht nur die Fassade über einen langen Zeitraum vor Beschädigungen bewahrt, sondern dem Gebäude auch ein neues, frisches Aussehen verleiht.

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