Auf tragenden Untergrund werden meistens Wärme- und Trittschalldämmplatten aufgelegt. Darauf wird bei Neubauten in der Regel im Nassverfahren eine Mörtel- oder Feinbetonschicht aufgebracht, der Estrich. Neben den Nassestrichen gibt es alternativ die Möglichkeit, Trockenestrichplatten einzusetzen, die bereits mit einer Dämmschicht versehen sind. Sie eignen sich besonders zum nachträglichen Ausbau von Räumen, können aber genauso im Neubau verwendet werden.
Auf den Estrich können alle Bodenbeläge wie Linoleum, Teppichboden, Fliesen oder Parkett ausgelegt werden. Bodenfliesen dürfen auf einem Nassestrich erst verlegt werden, wenn dieser vollständig ausgetrocknet ist. Bei durchschnittlichen Witterungsbedingungen muss man dafür vier Wochen einrechnen.
Estrich auf Trennschicht
Bei diesem Estrich wird auf die Tragschicht nur eine dünne Trennschicht aus Folie oder Bitumenbahnen aufgebracht, auf der direkt ohne zwischenliegende Dämmschicht, der Estrich verlegt wird.
Estrich auf Dämmschicht
Im Wohnungsbau wird in erster Linie dieser “schwimmende Estrich” aufgebracht. Je nach Dämmstoffdicke und Bodenbelag sind dabei bestimmte Mindestschichtdecken einzuhalten.
Bei der Auswahl der Dämmstoffe ist zu berücksichtigen, welcher Bodenbelag für das jeweilige Zimmer geplant ist.
Für Teppichböden muss man 0,5 bis 0,8 Zentimeter einkalkulieren, für Fliesen 0,8 bis 2 Zentimeter und für Parkett 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Schließlich sollen alle Böden in den Räumen einer Etage gleich hoch sein. Nur bei Bädern wird der Boden in der Regel absichtlich etwas tiefer gelegt, damit sich bei einer kleinen Überschwemmung das Wasser nicht gleich in alle Wohnräume ergießt.
Sind in Badezimmern mit Duschbetrieb zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen für den Fußboden vorgesehen, müssen auch deren Auswirkungen auf die Gesamtdicke des Bodenaufbaus berücksichtigt werden. Heizestrich ist eine Sonderform des schwimmenden Estrichs. Er wird verwendet, wenn eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll.
Je nach Heizungssystem werden die Kupfer- oder Kunststoffleitungen im Estrich oder auf der Dämmung verlegt. In nicht zu Wohnzwecken genutzten Keller- oder Abstellräumen, braucht man normalerweise keine Wärme- oder Trittschalldämmung. Dementsprechend einfach ist auch der Estrichaufbau.
Verbundestrich wird direkt auf die Tragschicht aufgebracht. Das geht nur bei Untergründen, bei denen ein Verbund möglich ist, zum Beispiel Zementestrich auf einer Betondecke oder Betonbodenplatte. Nassestrich kann aus verschiedenen Materialien bestehen. Im Wohnungsbau kommt überwiegend Zement- und Anhydritestrich zum Einsatz. Magnesiaestrich wird selten, Gussasphaltestrich fast überhaupt nicht verwendet.
Zementestrich wird aus Zement, Zuschlag, Wasser und nach Bedarf mit Zusätzen hergestellt. Im Wohnungsbau wird überwiegend die Festigkeitsklasse ZE 20 verwendet. Zementestrich ist gut für einen Heizestrich geeignet. Anhydritestrich wird aus Anhydritbinder, ähnlich dem Gips, Zuschlag, Wasser und nach Bedarf mit Zusätzen hergestellt. Die im Wohnungsbau am meisten verwendete Form ist die Festigkeitsklasse AE 20.
Die Hersteller liefern eine Trockenmischung, die vor Ort mit Wasser in eine fließfähige Konsistenz gebracht wird. Für einen Heizestrich gibt es spezielle Mischungen. Magnesialestrich besteht aus Magnesia, Zuschlag und einer wässrigen Salzlösung, meist Magnesiumchlorid. Gegebenenfalls werden Zusätze wie zum Beispiel Farbe untergemischt. Bis zu einer Rohdichte von 1,6 kg/dm³ wird der Magnesialestrich auch „Steinholzestrich“ genannt.
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