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Dachüberstand verlängern



Die meisten Dächer schließen nicht einfach mit der Traufe ab, sondern weisen einen Überstand von mehreren Zentimetern auf. Dies hat nicht nur optische Gründe, sondern dient primär dem Gebäudeschutz. Der Dachüberstand dient dazu, Sonne und Regen von der Fassade fern zu halten und sie so vor Witterungseinflüssen zu schützen. Wärmestau kann ebenso verhindert werden, wie „Regennasen“, das heißt das Herunterlaufen von Niederschlagswasser an den Hauswänden. Nicht umsonst sind große Dachüberstände in südlichen Ländern besonders beliebt, spenden sie doch an der Hauswand und je nach Lage der Fenster in den Innenräumen wohltuenden Schatten.

Während ein ausreichend großer Dachüberstand dem Ausbleichen der Fassade durch die Sonne entgegen wirken kann, ist sein Regenwasserschutz noch wichtiger für die Wohnqualität. Indem Feuchtigkeit und Nässe gar nicht erst in die Fassade einziehen können, vermeiden Dachüberstände Schimmelbildung, die häufig dazu zwingt ganze Hauswände aufwändig zu sanieren. Nicht nur die Wände, auch Türen und Fenster werden von verlängerten Dachüberständen vor der Witterung geschützt, so dass Sanierungskosten gespart werden können. Oft kann bei Holztüren und -fenstern sogar auf die Verwendung von Holzschutzmittel ganz verzichtet werden.

Historische Vorbilder

Von antiken Römerstädten ist bekannt, dass es in ihnen ausgeklügelte Dachüberstandssysteme als Teil der Stadtplanung gab. Die Dachüberstände zweier gegenüberliegender Häuser liefen in der Mitte der Straße zusammen. So wurden ganze Straßenzüge überdacht und auf diese Weise trocken und sauber gehalten, während das abfließende Niederschlagswasser zentral gesammelt werden konnte. Ähnliche Ansätze gab es auch in mittelalterlichen Städten. Trotz dieser historischen Vorbilder, kommt es vor, dass manche Dachüberstände von Alt- wie Neubauten zu kurze Dachüberstände aufweisen, die die Hauswände nicht ausreichend vor Witterungseinflüssen schützen. Hier sollte durch eine Verlängerung des Dachüberstands nachgebessert werden.

Bauplanung zur Verlängerung eines Dachüberstandes

Wer als Bauherr eine Verlängerung von Dachüberständen plant, muss einige Fragen berücksichtigen und Entscheidungen treffen. Zunächst muss entschieden werden, wie lang der Übersand werden soll. Zum einen ist dabei die Funktionalität zu berücksichtigen, das heißt, welche Länge bietet die optimale Beschattung und den optimalen Witterungsschutz? Zum anderen geht es um den optischen Eindruck, das heißt, wie lang darf oder sollte ein Dachüberstand sein, damit das Haus am besten aussieht? Die Länge der Dachüberstände kann übrigens durchaus für jede Hausseite einzeln festgelegt werden.

Beim Steildach bietet es sich an, jeweils die traufenseitigen und die giebelseitigen Überstände gleich lang zu wählen. Die genaue Länge wird von der Wandaußenkante bis zum Abschluss des letzten Dachziels bemessen. Dabei müssen aber noch einige Zentimeter für die Dachrinne einkalkuliert werden. Die geplante Läge des Dachüberstands entscheidet auch darüber, ob die Dachkonstruktion durch Flugsparren verstärkt werden muss. Für die Pfetten, d.h. die waagerechten Träger der Dachkonstruktion, gilt grob, dass zwei Drittel drinnen und ein Drittel draußen liegen sollten.

Nach diesem Prinzip kann der Dachdecker ermitteln, ob die Verlängerung des Überstandes auch eine Verlegung der Pfetten erforderlich macht, um die Statik des Daches zu gewährleisten. Für die Optik, aber auch um die Konstruktion wetterfest zu machen, ist die Verkleidung des Dachüberstandes entscheidend. Hier kann zwischen einer offenen Sichtschalung oder einem Gesimskasten entschieden werden. Auf der Traufenseite des Daches ergibt sich die praktische Möglichkeit, den Dachüberstand zu einer Hauseingangsüberdachung oder einem Carport zu erweitern.

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