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Dachrinnenheizung kaufen – ist dies sinnvoll?



Die letzten Winter in Deutschland haben gezeigt, dass die Auffangkapazität einer durchschnittlich großen Dachrinne für Schnee und Eis schnell erschöpft ist. Wenn viel Schnee auf einmal fällt und anschließend mehrmals antaut und wieder überfriert, füllt sich die Rinne bis zum Überlaufen mit Schmelzwasser, das zu langen und gefährlichen Eiszapfen gefriert. Für den Hausbesitzer können diese Eiszapfen zu einem erheblichen Problem werden, wenn sie entweder ihn selbst oder andere Menschen gefährden. Schließlich haftet er für alle Schäden und Verletzungen. Eine beheizbare Dachrinne verspricht Abhilfe – was ist davon zu halten?

Eine Dachrinnenheizung ist eine sinnvolle Investition, da sie nicht nur vor den eben genannten Risiken schützt, sondern darüber hinaus das Gebäude selbst vor Schäden bewahrt. Bei Frost können Rinnen und Fallrohre platzen, Wasser dringt möglicherweise in das Mauerwerk ein – oder durch die Hinterlüftungs-Öffnungen auch ins Dach. Die hierbei entstehenden Schäden übersteigen den Anschaffungspreis einer Dachrinnenheizung bei weitem und leisten in manchen Fällen Folgeschäden Vorschub.

Die Heizung besteht aus Kabeln oder Bändern, die in den Dachrinnen und Fallrohren bis hinein in die Frostzone des Erdbodens verlegt werden. Für die Erwärmung dieser Bänder bzw. Kabel existieren zwei Möglichkeiten. Bei der ersten erfolgt die Heizregulierung durch einen Thermostat, ähnlich wie bei einem Heizkörper im Haus. Der Thermostat kann wahlweise von Hand eingestellt oder auf einen bestimmten Temperaturbereich programmiert werden.

In letzterem Fall aktiviert er sich selbst bei der gewählten Außentemperatur. Dieses Prinzip eignet sich für kurze zu beheizende Abschnitte, weil es kostengünstiger ist als die zweite Möglichkeit: die Regelung über einen Sensor, der sowohl Temperatur als auch Feuchtigkeit registriert. Der Vorteil dieses Sensors liegt darin, dass er die Dachrinne nur dann heizt, wenn zur tiefen Temperatur auch Nässe bzw. Schnee hinzu kommt.

Somit wird nur in jenen Fällen Energie aufgewendet, wenn überhaupt die Gefahr des Gefrierens von Wasser besteht. Bei trockener Kälte schaltet sich diese Art Heizung im Gegensatz zur ersten nicht ein. Für lange Dachrinnen und Fallrohre bzw. für größere Gebäude ist dies die wirtschaftlichere Lösung.

In der Heizleistung unterscheiden sich Bänder und Kabel nicht in nennenswertem Maße, aber Heizbänder besitzen den Vorteil, dass sie ihre Oberflächentemperatur begrenzen können, sich also nicht übermäßig aufheizen oder gar überhitzen. Deshalb ist ein Durchbrennen kaum möglich, auch dann nicht, wenn sich zwei Bänder während des Heizens berühren sollten. Dies kann vorkommen, wenn das Band durch die mechanische Belastung mit Schnee und Eis in seinem Verlauf verschoben wird.

Die Preise für Dachrinnenheizungen variieren erheblich und liegen – je nach laufendem Meter – zwischen unter 100 und mehreren 100 Euro. Ein genauer Vergleich ist notwendig, nicht nur auf den Preis selbst bezogen, sondern ebenso auf Modell, Heizungsart und Verwendungszweck. Die Heizung lässt sich von einem erfahrenen Heimwerker selbst installieren, aber bei komplizierteren Dachrinnen-Verläufen sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

Dies gilt auch für Gebäude, bei denen haftungsrechtliche Fragen im Vordergrund stehen, beispielsweise Häuser, an denen viele Passanten entlanggehen, oder öffentliche Einrichtungen. In solchen Fällen ist es enorm wichtig, über eine verlässliche Heizung zu verfügen und bei Ausfällen oder Beschädigungen sofort einen effizienten Kundendienst zu Rate ziehen zu können.

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