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Dacheindeckung Kosten und Preise



Nach etwa 30 bis 40 Jahren zeigt jedes noch so gute Dach Alterserscheinungen und muss somit saniert werden. Dabei sollte nicht gespart werden, denn Sturmschäden oder eindringende Feuchtigkeit verursachen weitaus mehr Kosten als eine Dacheindeckung. Doch jedes Dach hat seine eigene Bauweise und besteht aus individuellen Materialien und Bestandteilen (Dachstuhl, tragende Dachsparren, Dachpfetten und Dachhaut). Daher sollte sich vor jeder Sanierung ein Fachmann einen Eindruck über den Zustand des Daches, der Dachdämmung und der Dacheindeckung verschaffen.

Nicht immer ist eine komplette Dachsanierung nötig; oft reicht eine Dachbeschichtung. Sobald die Balken morsch oder die Dachpfannen beschädigt sind, muss jedoch über eine komplette Dacheindeckung gesprochen werden. Auch aus diesem Grund ist die Beratung durch einen Fachmann durchaus sinnvoll. Er erstellt einen Kostenvoranschlag und gibt gern Tipps, was bei einer Dachbeschichtung, einer Dachsanierung oder Dacheindeckung beachtet werden muss und welche Kosten entstehen können.

Aufgrund der verschiedenen Materialien und der unterschiedlichen Dachdeckungsarten können die Kosten einer Dacheindeckung stark variieren. So hat der Bauherr zum Beispiel die Möglichkeit, zwischen Dachziegeln, Dachbetonsteinen, Holzschindeln, Metallprofilen, Faserzementplatten oder einem Reetdach zu wählen. Die Wahl der Materialien hängt von persönlichen Vorlieben, regionalen Faktoren und natürlich auch von der Preisvorstellung ab. Nachfolgend sollen einige Möglichkeiten für eine Dacheindeckung beschrieben werden.

Ziegel bestehen hauptsächlich aus gebranntem Ton und sind im Handel sowohl in verschiedenen Naturtönen als auch in verschiedenen Trendfarben erhältlich. Dachziegel sind für eine Dachneigung von ca. 22 Grad bis 90 Grad geeignet. Die Lebensdauer hängt einerseits von der Qualität der Rohstoffe aber auch von den Standortbedingungen ab. Mindestens halten Ziegel etwa 30 bis 35 Jahre und können unter guten Bedingungen bis zu 200 Jahre alt werden. Feuchtigkeit führt zu einer schnelleren Alterung des Materials. Normalerweise hat Ton eine sehr feinporige Oberfläche, sodass Moose und Flechten kaum darauf wachsen können. Sollte das Dach dennoch bewachsen sein, ist dies ein Zeichen dafür, dass eine neue Dacheindeckung nötig ist. Die Quadratmeterpreise variieren je nach Qualität des Materials zwischen 25 und 48 Euro.

Betondachsteine werden aus einem Spezialbeton gefertigt. Im Gegensatz zu Tonziegeln gewinnen Betondachsteine mit zunehmendem Alter an Härte und Festigkeit. Die meisten Dachsteine werden bereits im Werk mit verschiedenfarbigen Flüssigkunststoffen beschichtet. Allerdings werden sie durch die Witterungseinflüsse schon nach wenigen Jahren unansehnlich und müssen daher gereinigt oder neu beschichtet werden. Vorteilhaft ist jedoch das Gewicht der Betondachsteine, da sie gerade in den Küstenregionen eine deutlich bessere Sturmsicherheit gewährleisten. Pro Quadratmeter fallen Kosten von circa 19 Euro an.

Gerade bei schwach geneigten Dächern von Industrie- oder Gewerbehallen eignet sich die Dacheindeckung mit Metallen sehr gut. Metalldächer bestehen zum Beispiel aus Titanzink, Kupfer, Aluminium oder verzinktem Stahlblech. Wohnhausdächer werden kaum mit Metall gedeckt, da dieses Material oft sehr preisintensiv ist. Die Quadratmeterpreise variieren je nach Material zwischen 21 und 90 Euro.

Schiefer ist ein sehr natürliches Material, was jedoch kaum Farbvariationen aufweist. Es ist meist nicht nur auf Dächern, sondern auch für Wand- und Fassadenbekleidungen sehr beliebt. Unter der Schieferdeckung muss ein regensicheres Unterdach konstruiert werden. Ein Vorteil des Schiefers ist sein hoher Ölgehalt. Er schützt die Dacheindeckung vor Verschmutzungen, Moosen und Algen und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Pro Quadratmeter kosten Schiefer etwa 90 Euro.

Reet (nordisch Ried) wird heute aus Kostengründen nur noch selten für eine Dacheindeckung genutzt und wird mehr und mehr durch Betondachsteine ersetzt. Schädliche Pilze können ein Reetdach unter ungünstigen Umständen bereits nach wenigen Monaten zerstören. Pro Quadratmeter muss man etwa 100 Euro kalkulieren.

In waldreichen Regionen gab es früher viele Schindeldächer aus Holz. Da der Pflegeaufwand und die Erhaltungskosten jedoch sehr hoch sind, werden die Schindeln bei einer Dachsanierung oft durch andere Baustoffe ersetzt. Die Quadratmeterpreise variieren je nach Holzart zwischen 25 und 50 Euro.

Alle angegebenen Preise sind Richtwerte und können je nach Region variieren. Der Arbeitslohn ist bereits eingerechnet. Hinzu kommen sonstige Kosten für eine Unterspannbahn oder eine Traglattung (ca. 5 Euro pro qm). Für eine Dämmung sind zusätzlich ca. 40 Euro pro qm zu rechnen. Hinzu kommen Kosten für Anschlüsse, Regenrinnen, usw. Zu beachten ist außerdem, dass die verschiedenen Deckungsmaterialien auch unterschiedlich preisintensive Unterbauten benötigen. Daher ist vor einer Dachsanierung eine umfassende Fachberatung sehr empfehlenswert. Hierbei sollte man die Kosten und Preise mehrerer Anbieter mithilfe von Kostenvoranschlägen ausgiebig vergleichen. Des Weiteren sollte bei dem zuständigen Bauamt geklärt werden, ob die gewählte Dachfarbe durch den Bebauungsplan zugelassen und die Dachentwässerung richtig geplant ist.

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